Die Klassifizierung von
Brett- und Kartenspielen

Eine Spielothek ist eine Bibliothek für Spiele? Stimmt fast und wer eine umfangreichere Spielesammlung sein eigen nennt und das Ganze auch noch in einer Datenbank erfassen will, kennt das Problem der Katalogisierung.

Die Einteilung der verschiedenen Spiele ist nicht so einfach. Gesellschaftsspiel, Kinderspiel, Würfelspiel, Wirtschaftsspiel und was sonst noch unter einer Spielebesprechung oder auf dem Spielekarton steht. Teilt man ein nach Thema (Wirtschaft, Abenteuer), nach Spielmaterial (Würfel, Karten) oder nach Spielmechanismus (Legespiel, Stichspiel), immer wieder steht man vor einem Problem.

Das Deutsche Spielearchiv in Marburg, das mehrere tausend Spiele sein Eigen nennt, ist wohl eher mit einer Bibliothek für Spiele vergleichbar. Eine systematische Ordnung ist hier unabdingbar. Und so haben sich die Damen und Herren aufgemacht, eine Klassifizierung von Brett- und Kartenspielen zu erstellen. Meiner Meinung nach ein sehr gelungener Versuch.

Die Frage nach dem Kern der jeweiligen Spielidee und zugleich der Bezug auf die spielenden Menschen steht im Vordergrund. "Woraus bezieht also jedes einzelne Spiel seinen eigentlichen Spielreiz: aus der Herausforderung des Würfelglücks? Der Lust am abstrakt analytischen Denken? Oder der (dem ästhetischen Genuss zugewandten) Beschaulichkeit? Oder eher dem spielerischen Hineinschlüpfen in eine Rolle? Oder gar der unmittelbaren körperlichen Gewandtheit und Geschicklichkeit? Diese Überlegungen waren es, die unmittelbar zu bestimmten systematischen Abgrenzungen führten.

Insgesamt stellt die hier vorgestellte Spiele-Klassifikation des Deutschen Spiele-Archivs den jüngsten und zur Zeit wohl gründlichsten Versuch dar, die Welt der Spiele und ihre Vielfalt über ein übersichtliches System von Gattungen transparent und jederzeit für den Einsatz von Spielen, etwa in pädagogischer oder spielpädagogischer Hinsicht, verwendbar zu machen. Sie wurde inzwischen in das Ausbildungsprogramm von Bibliotheksschulen aufgenommen und auch im Nürnberger Spielzeugmuseum als Grundlage der Spiele-Erfassung übernommen.

Die grundlegende Einteilung wurde in sechs Gruppen vorgenommen:

Auf den folgenden Seiten werden die einzelnen Gruppen detailiert erläutert. Den gesamten Artikel gibt es als Worddokument (Format 6.0/95 gezippt) zum Download. Er wurde dem Informationsdienst des Deutschen Spielearchivs "fachdienst spiel" entnommen.