Nicht verwunderlich ist, dass fast alle klassischen Spiele, oft Jahrtausende alt, aus Ländern kommen, deren Kultur damals am höchsten entwickelt waren: Ägypten, Persien, Mesopotamien, dem Römischen Weltreich, Indien oder China.
Als die Königsgräber von Ur, der alten klassischen Stadt der Sumerer, geöffnet wurden, entdeckte man neben vielen anderen Kunstschätzen auch vier Spielbretter zutage. Das hölzerne Spielbrett war mit Erdpech überzogen, mit Ornamenten aus Muscheln, Lapislazuli und rotem Kalkstein. In kleinen Schubladen fand man noch Spielsteine und eine Art von Würfeln. Die Kostbarkeiten befinden sich heute im British Museum of London.
Selbst
im sakral-kultischen Bereich haben Spiele eine Rolle gespielt. „Senet“ oder
„Sènt“, dem Vorläufer unseres heutigen Backgammon, fand man oft
als Grabbeigaben, z.B. im Grab des Tutenchamun im Tal der Könige. Im
Lauf der Zeit wurde das Spiel über Griechenland im Römischen Weltreich
verbreitet, bei Königen und Mächtigen sehr beliebt. Auch durch die
Araber scheint es über Spanien nach Europa gelangt zu sein und erhielt
viele verschiedene Namen: Tric Trac in Frankreich, Puff in Deutschland oder
eben Backgammon in den angelsächsischen Ländern. Vermutlich auf
der raffinierten Mischung aus Würfelglück und Strategie beruht sein
Erfolg.
